Friedhöfe in Gladbeck

Stadtverwaltung -  Gladbeck, Rathaus, Willy-Brandt-Platz 2, 45964 Gladbeck, (02043) 99-0, (02043) Fax 99-1111

Friedhofssatzung der Stadt Gladbeck

Friedhof - Brauck, Behmerstr. , 45968 Gladbeck, 02043-34611
Muslimisches Grabfeld auf dem Friedhof-Brauck

Friedhof - Mitte, Feldhauser Str. , 45966 Gladbeck, 02043-28050 (mit jüdischem Friedhof)

Friedhof - Rentfort, Martin-Luther-Str. , 45966 Gladbeck, 02043-43763

Friedhof Gladbeck-Rentfort

Gladbeck-Rentfort

Ruhiger Friedhof im Gladbecker Norden. Busverbindungen und A 31 Abfahrt in der Nähe.

Trauerhalle in Gladbeck-Rentfort

Gladbeck

Letzte Ruhestätte ohne Grabpflege

Eine neue Möglichkeit der Bestattung ist auf dem katholischen Friedhof möglich. Neben Reihengräbern, Gruften und anonymen Ruhestätten gibt es seit Anfang des Jahres auch die Möglichkeit der halbanonymen Bestattung.

"Damit entsprechen wir dem Wunsch vieler Menschen, die nach ihrem Tod den Angehörigen nicht die Last der Grabpflege hinterlassen möchten", erklärt Pfarrer Karl-Heinz Berger. Die Erfahrung zeige, dass viele Hinterbliebene durch Alter, Krankheit oder einen entfernten Wohnort die Grabpflege nicht bewerkstelligen könnten. Aus diesem Grund habe man Grabtafeln entwickelt, die lediglich den Namen und das Geburts- sowie Sterbedatum tragen.

"So bleibt den Angehörigen eine Anlauf- und Trauerstelle - doch die Pflege der Rasenfläche, unter der die Menschen bestattet sind, übernimmt die Friedhofsverwaltung", sagt der Geistliche. Diese Idee, abgeschaut von den großen Soldatenfriedhöfen, besteht auf dem städtischen Bereich des Friedhofes bereits seit Sommer letzten Jahres.

Ruhr Nachrichten - 19. 04. 2001, 20.07 Uhr

Stand: 16.5.2000

Jüdischer Friedhof 

Eintragung des Jüdischen Friedhofs die Denkmalliste der Stadt Gladbeck dem kommunalen Friedhof Gladbeck-Mitte ist entsprechend der Vorgabe des Kulturausschusses, die Gladbecker Denkmalliste kontinuierlich fortzuschreiben, steht nun ein weiteres Objekt zur Beschlussfassung an: Jüdischer Friedhof auf dem kommunalen Teil des Friedhofs Gladbeck-Mitte, Feldhauser Str./Konrad-Adenauer-Allee Das damalige Ministerium für Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Westfälische Amt für Denkmalpflege schriftlich aufgefordert, den Denkmalwert der Jüdischen Friedhöfe in Nordrhein-Westfalen zu überprüfen und ggfs. Unterschutzstellungsanträge zu stellen.
Das Westfälische Amt für Denkmalpflege hat nach ausführlicher Besichtigung festgestellt, dass der Jüdische Friedhof ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz NRW ist und stimmt einer Unterschutzstellung gern. § 3 Denkmalschutzgesetz zu.

Die denkmalrechtliche Bewertung des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege lautet: 
 

,,Auf dem jüdischen Teil des kommunalen Friedhofs in Gladbeck-Mitte befinden sich sechs stelenartige Grabmale mit deutscher Inschrift. Der jüdische Friedhof in Gladbeck ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Gladbeck, weil er ein sichtbarer Beleg ist für die Existenz der jüdischen Glaubensgemeinde in diesem Ort. Für seine Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftlich-kulturhistorische Gründe vor, weil er die Beerdigungskultur der jüdischen Bevölkerung zeigt. Die Geschichte des jüdischen Friedhofs in Gladbeck Die Errichtung des jüdischen Friedhofs fällt in die Hochphase der Industrialisierung und der Verstädterung Gladbecks. Die enorme Zuwanderung von Arbeitskräften für den Bergbau machten aus der ehemals ausschließlich agrarisch-katholischen Bevölkerung des Kirchspiels Gladbeck (ca. 2.900 Einwohner 1875 eine multi-ethnische und viel-religiöse Bergbaugemeinde mit knapp 40.000 Einwohnern (1910). Im Januar 1908 bat der Vorsitzende der israelitischen Vereinigung Gladbeck, Fridolin Zwillenberg, beim Gemeinderat darum, ,,den Israeliten Gladbecks, eine besondere Begräbnisstätte zu gewähren, gütigst genehmigen zu wollen. 

Zwillenberg untermauerte seine Bitte mit einem vierseitigen Gutachten des ,,Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in der Provinz Westfalen;, verfasst vom Rabbiner Dr. Marx. Der Rabbi vertrat eine Position, die auf bewusste Integration der Juden in die kommunale Gesellschaft abzielte. Ausdrücklich betonte er, dass ,,die Bestattung der isr. Leichen auf einem gesonderten Teile des communalen Friedhofes nicht nur gestattet, sondern sogar zu empfehlen (sei), da das Gesamtbild des Communalfriedhofes mit der Aufnahme sämtlicher Confessionen wenigstens im Tode uns Lebenden ein mahnendes Bild des Friedens zeigt. Um die Vielfältigkeit der Begräbnisrituale in geregelte Bahnen und damit für alle beteiligten Konfessionen reibungslos und rechtsverbindlich durchführen zu können, wurde eine Friedhofsordnung zu einem unerlässlichen Bestandteil des kommunalen Bestattungswesens. Am 22. Januar 1909 verabschiedete die Gemeindeversammlung die Friedhofs- und Begräbnisordnung für den kommunalen Friedhof. Sie sah drei Abteilungen vor: eine für Christen der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, eine für Israeliten und eine für Dissidenten. Seit dieser Zeit gibt es in Gladbeck einen jüdischen Friedhof. In der Zeit zwischen 1909 und 1935 wurden insgesamt 29 Personen auf ihm beerdigt. Hermann Cahn, 1917 im 1. Weltkrieg getötet, wurde nicht auf dem jüdischen Friedhof beerdigt. Der jüdische Friedhof wurde 1929 von zwei rechtsradikalen Gladbecker Jugendlichen geschändet. Auch zwischen dem 24. und 26. Dezember 1990 wurden Teile des jüdischen Friedhofs von Unbekannten zerstört. Nach 1945 wurde eine Steinstele mit der Aufschrift ,,Deine Seele sei aufgenommen in den Bund des ewigen Lebens" errichtet. Der jüdische Friedhof ist sozial-räumliches Zeugnis für jüdisches Leben in Gladbeck. Er ist ein Ort der Erinnerung und unverzichtbarer Bestandteil der Entwicklung Gladbecks hin zu einer modernen Gesellschaft. 

1. Weichelt Rainer: Juden in Gladbeck 1812 - 1933: Leben im Verstädterungsprozess einer Bergbaugemeinde im nördlichen Ruhrgebiet. in: Barbian. Jan-Pieter/ Brocke. Michael/ Heid. Ludger (Hg.): Juden im Ruhrgebiet. Vom Zeitalter der Aufklärung bis in die Gegenwart. Essen 1999. S. 355 - 384.  

2. Zwillenberg an Gemeinderat Gladbeck. 1 7.0 1.1 908. in: Stadtarchiv Gladbeck (StAGl). l-C-324.

3. Verein zur Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in der Provinz Westfalen an Zwillenberg, 16.0l.1908. in: ebd.

4. Friedhofs- und Begräbnisordnung für die Gemeinde Gladbeck. 22.01.1909, in: StAGI. I-B-446. . 

 5. Sawicki, Diethard: Wilhelm M. und Bernhard M. 
Zwei junge Rechtsradikale in Gladbeck 1929. in: Beiträge in Gladbecker Geschichte, Heft 5/1993, S.5 - 19.  

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