Keine Zeit, um Abschied zu
nehmen.
Für mich ist ein Jahr vergangen, das wie ein Tag erscheint. War es erst
gestern, als wir Abschied nehmen
mussten von dir? Abschied für immer.... bis das der Tod euch scheidet. Plötzlich
warst du nicht mehr da - die Mutter, die wichtigste Freundin fürs Leben.
Was vorher so selbstverständlich erschien, heute vermisse ich es um so mehr
- dein Lächeln, deine Ruhe, deine Freude, deine Traurigkeit, deine
Hilfsbereitschaft - immer warst du da, wenn ich dich brauchte. Noch heute
sehe ich die letzten Tage, Stunden und
Minuten deines Lebens vor mir und bedaure sehr, diese letzten Minuten
nicht
mit dir geteilt zu haben. Die Frage wird nie verstummen, warum das Schicksal
dich gewählt hat - und du mich
allein auf dieser Welt zurück lässt. Auch ich fühlte mich in dem Jahr wie
tot, zerbrochen, ausgebrannt, hilflos
und wäre dir gefolgt. Die Grausamkeit dieses Momentes, der absolute Endgültigkeit
beinhaltet, meine unendliche Hilflosigkeit der Situation gegenüber, das
Wissen um das "Nie mehr..." werden mich weiterbegleiten - aber
auch
das Bewusstsein um ein Ende der von dir ertragenen Krankheit Leukämie.
Ich erinnere mich gern der schönen Momente, die unseren gemeinsamen
Lebensweg begleitet haben. Ich möchte glauben, dass der Ort, an dem dein
Geist, deine Seele heute weilt, dich mit dem verwöhnt, auf was du auf Erden
verzichten musstest, was wir gemeinsam nicht mehr erleben dürfen.
Ich möchte hoffen, dass dich meine Gedanken an diesem anderen Ort
erreichen, auch wenn ich von dort nie eine Antwort erhalten werde. In meinem
Herzen bist du präsent und der Schmerz der Trauer wird dich nie vergessen
lassen.
Sie manches Mal träum ich, es wäre nicht wahr, du seiest nicht gestorben
im letzten Jahr. Dann wach ich auf, und alles ist grau. Es war nur ein
Traum, der Schmerz zeigt es genau. Nichts ist wie vorher, es wird nie mehr
so sein. Es gibt dich nicht mehr hier und doch bleib ich dein. Dein Kind,
dessen Mama du immer sein wirst. Dein Kind, dessen Liebe du niemals
verlierst. Du fehlst mir so sehr, es hört nicht auf, weh zu tun. Deine
Heidi
- am 25 . Februar, 2002 -