Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb plötzlich und unerwartet meine liebe Mutter, unsere Schwester und Tante

 

Waltraud Wilken

* 6.5.1930         + 25.02.2001

Heidi

Keine Zeit, um Abschied zu nehmen.

Für mich ist ein Jahr vergangen, das wie ein Tag erscheint. War es erst gestern, als wir Abschied nehmen 
mussten von dir? Abschied für immer.... bis das der Tod euch scheidet. Plötzlich warst du nicht mehr da - die Mutter, die wichtigste Freundin fürs Leben.
Was vorher so selbstverständlich erschien, heute vermisse ich es um so mehr - dein Lächeln, deine Ruhe, deine Freude, deine Traurigkeit, deine Hilfsbereitschaft - immer warst du da, wenn ich dich brauchte. Noch heute sehe
ich die letzten Tage, Stunden und Minuten deines Lebens vor mir und bedaure sehr, diese letzten Minuten nicht 
mit dir geteilt zu haben. Die Frage wird nie verstummen, warum das Schicksal dich gewählt hat - und du mich 
allein auf dieser Welt zurück lässt. Auch ich fühlte mich in dem Jahr wie tot, zerbrochen, ausgebrannt, hilflos 
und wäre dir gefolgt. Die Grausamkeit dieses Momentes, der absolute Endgültigkeit beinhaltet, meine unendliche Hilflosigkeit der Situation gegenüber, das Wissen um das "Nie mehr..." werden mich weiterbegleiten - aber auch 
das Bewusstsein um ein Ende der von dir ertragenen Krankheit Leukämie.
Ich erinnere mich gern der schönen Momente, die unseren gemeinsamen Lebensweg begleitet haben. Ich möchte glauben, dass der Ort, an dem dein Geist, deine Seele heute weilt, dich mit dem verwöhnt, auf was du auf Erden verzichten musstest, was wir gemeinsam nicht mehr erleben dürfen.
Ich möchte hoffen, dass dich meine Gedanken an diesem anderen Ort erreichen, auch wenn ich von dort nie eine Antwort erhalten werde. In meinem Herzen bist du präsent und der Schmerz der Trauer wird dich nie vergessen lassen.
Sie manches Mal träum ich, es wäre nicht wahr, du seiest nicht gestorben im letzten Jahr. Dann wach ich auf, und alles ist grau. Es war nur ein Traum, der Schmerz zeigt es genau. Nichts ist wie vorher, es wird nie mehr so sein. Es gibt dich nicht mehr hier und doch bleib ich dein. Dein Kind, dessen Mama du immer sein wirst. Dein Kind, dessen Liebe du niemals verlierst. Du fehlst mir so sehr, es hört nicht auf, weh zu tun. Deine Heidi

- am 25 . Februar, 2002 -

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